Hof auf dem Berg - Beispiel Umsteigerpferd

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Erfahrungsbericht Sommernachtstrail

Von Jan Liese.

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Diesen Sommer nehmen meine Frau und ich an dem Sommer-Trail-Kurs 2003 auf dem „Hof auf dem Berg“ teil. Die nächsten Wochen gehört der Mittwoch Abend dem Westernreiten. Meine Frau reitet unser Paint-Horse, während ich mich für ein Schulpferd entschieden habe.

Der erste Mittwoch Abend ist da und die Kursteilnehmer haben sich versammelt, um die Pferde von der Weide zu holen und zu satteln. In der Sattelkammer ist es ungewohnt voll, sonst kenne ich nur die Reitstunden, in denen maximal zwei Pferde gesattelt wurden, jetzt sind es fünf. Auch auf dem Reitplatz ist alles etwas anders.

Zur Gymnastizierung der Pferde beginnen wir mit verschiedenen Übungen, wie direkte Biegungen reiten oder in Außen- und Innenstellung geradeaus zu reiten. Dann kommen noch ein paar Übungen zur Steuerung der Pferde.

Meine Beine spüre ich schon, da das Pferd, welches ich reite, deutlich breiter als mein eigenes Pferd ist.

In der nächsten Woche wird das Programm erweitert. Jetzt soll jeder einen Trailparkour reiten und wird von Erich dabei begleitet. Mein Warm-Up war gut. In der Dämmerung ist das Licht bereits am schwinden und das Flutlicht ist eingeschaltet. Ohne Erichs Hilfestellungen und Anleitungen hätte ich es wohl nicht durch den Parkour geschafft. Vom Platz und den anderen Pferden in verhältnismäßig geringen Lichtverhältnissen wegzureiten ist ungewohnt und erfordert meine Konzentration. Ich mache mehr Fehler als normalerweise. Als ich absattle, kann ich gar nicht glauben, dass ich schon 2 Std. geritten bin. Anschließend sitzen wir alle noch zusammen, erzählen und trinken etwas. Ein sehr schöner Abend (25 Grad) zieht dahin.

An den folgenden Abenden hält sich der Ablauf konstant, doch die Anforderungen an die einzelnen Übungen steigen:
Warm up über Gymnastizierungen, bzw. Lockerungsübungen, die je weiter der Kurs voranschreitet, eigenständig eingesetzt werden sollen und Trail Parkour reiten, d. h. Überschreiten eines am Boden liegenden Hindernisses (Plane, Bodenplatte, etc.), Tonnen reiten (zwischen zwei Tonnen anhalten, Hütchen versetzen, Biegungen um die Tonnen), Jog im Round pen, Trott over (über Stangen reiten), Rückwärtsrichten zwischen zwei Stangen, Wall reiten und Brücke überqueren.

Am letzten Abend lassen wir den Kurs in einem kleinen internen „Hof auf dem Berg“ Trailturnier ausklingen. Zu den gewohnten Übungen sind ein paar Überraschungen, wie Rappelsack oder Rückwärtsrichten im Stangen L, dazu gekommen. Die Reihenfolge wird festgelegt, und es geht los. Die meisten sind etwas nervös. Der Trail findet zudem später als gewohnt sowohl auf dem Reitplatz als auch im Trailparkour statt. Was nicht vom Flutlicht erhellt ist, verschwindet im Dunkeln.

Der Abreitplatz ist in der Reithalle. Da wird es mit sechs Pferden schon ein bisschen eng, gerade wenn man, so wie ich, noch keine Turniererfahrungen hat. Als das erste Paar die Halle Richtung Reitplatz verlässt, stellen wir fest, dass das „ins Dunkel“ reiten nicht immer ganz einfach ist. Ich versuche die wichtigsten Übungen in der Halle zu reiten, um vorbereitet zu sein. Mein Pferd ist „cooler“ als ich. Es meistert den Parkour sehr gut, nur meine reiterlichen Schwachstellen treten im Dunkeln leider genauso zu Tage wie im hellen. Trotzdem bin ich zufrieden mit uns und dem gesamten Abend. Als der letzte Teilnehmer durch ist, satteln wir ab und ziehen uns in die Küche von Frauke und Erich zurück. Obwohl alles „nur Spaß“ war, warten wir gespannt, bis die Punkte berechnet sind. Zu meiner Überraschung schaffe ich es tatsächlich auf den zweiten Platz. Zu einer Urkunde gibt es noch ein kleines Präsent.

Wir feiern und lachen über den Sommertrail bei Flutlicht. Es war eine gute Zeit.