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Von der Lässigkeit mit dem Pferd

Lippische Landeszeitung vom 17./18. Juni 2006

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Westernreiten steht mittlerweile auch in Lippe hoch im Kurs - die moderne Reitalternative?

Von Jonas Broschinski, Alexander Kulesa; Karla-Raveh-Gesamtschule; Lemgo; Klasse 9 B

Die EWU (Erste Westernreiterliche Union) hat jedes Jahr ca. 10 % Mitglieder-Zuwachs. Wir klären die Faszination über das Westernreiten auf. Denn auch in Lippe wird Westernreiten groß geschrieben. Wenn man das Wort Westernreiten hört, dann denkt man spontan an Cowboys, die auf wilden Pferden sitzen, oder an den großen Pferdeflüsterer Monty Roberts.

Aber auch in Lippe hat sich das Westernreiten stark verbreitet und hier hat bestimmt noch niemand wilde Pferde und Cowboys gesehen. Es gibt mittlerweile einige Trainer und Ställe in Lippe, in denen auch Westernpferde der Rassen Quader-Horse, Paint-Horse und Appaloosa zu finden sind. Diese Rassen sind speziell für das Westernreiten gut geeignet. Sie sind zum Beispiel bei Erich Busch zu finden, der sich in Linderhofe (Extertal) niedergelassen hat und Westernreiten aktiv betreibt. Aber auch in Barntrup gibt es das Westernreiten, betreut durch Torsten Hagen, der sich genau wie Brigitte Tönsfeuerborn in Kleinenmarpe (Blomberg) dem Canadian Horsemanship verschrieben hat.

In Bega (Dörentrup) ist Ivonne Steinbrock, die in der Reitanlage Bega optimale Trainingsbedingungen für sich und ihre Pferde gefunden hat. Margitta Horn aus Farmbeck (Dörentrup) gehört schon seit Jahren mit ihrem Haflinger "Haffi" zur Turnierszene des Westernreitens. Aber auch in Detmold wird Westernreiten betrieben, hier findet man die sicher ursprünglichste Art des Westernreitens, die Arbeit mit Rindern. Andre Schlote und Werner Godglück sind hier den Sommer über in Sachen Rinderarbeit unterwegs. Wir fragten Westerntrainer Erich Busch warum das Westernreiten so faszinierend ist, dass die EWU (erste Westernreiterliche Union) so einen Zuwachs hat.

Im Interview sagt er dazu : "Die anderen Pferderassen, die andere und bequeme Ausrüstung, der andere Umgang und die Lässigkeit mit dem Pferd machen das Westernreiten so interessant. Doch oft wird die Lässigkeit leider mit Nachlässigkeit verwechselt. Das hat dann fatale Auswirkungen auf die Reitkunst und auch das Pferd leidet darunter, da es keine klaren Zeichen vom Reiter bekommt und somit verunsichert wird." Seinen Ursprung hat das Westernreiten im Westen Amerikas. Auf den endlosen Steppen lebten die Bisons, bis sie Ende des 18. Jahrhunderts fast ausgerottet waren. Dann begannen Rancher, die sich dort niedergelassen hatten, ihre Fleischrinder zu züchten, was nur mit Hilfe von Pferden möglich war.

Wichtige Versorgungsstrecken mussten zurückgelegt werden und auch die Rinder konnten mit Hilfe von Pferden besser kontrolliert und betreut werden. Weil sich die Cowboys auf ihre Arbeit und nicht auf ihre Reitkunst konzentrieren mussten, entwickelte sich die zweckdienliche Reitweise: das Westernreiten. Das Pferd eines Cowboys musste also auf minimale Impulse schnell reagieren können und möglichst bequem zu reiten sein. Ein Cowboy musste lange im Sattel sitzen. Daraus entwickelte sich der "Jog".

Der "Jog" ist eine Gangart, die man mit dem englischen Trab vergleichen kann. Allerdings "trottet" das Pferd, und der Cowboy kann sehr bequem mit der Bewegung seines Pferdes mitschwingen. Und er brauchte ein Pferd, das auch in stressigen Situationen ruhig blieb. Für diesen Zweck wurden dann spezielle Pferderassen gezüchtet. Es entstanden die oben genannten Pferderassen: Quader-Horse, Paint-Horse und Appaloosa. Allerdings können alle Pferde diese Reitweise erlernen.

Auch die deutschen Westernreitmeisterschaften finden dieses Jahr wieder Ende Oktober im Messezentrum Bad Salzuflen statt. Dort präsentieren viele lippische Westerntrainer ihre Arbeitsweise und Trainingsweise mit dem Pferd. Unser Fazit ist, dass das Westernreiten eine Reitweise für "jedermann" und "jederfrau" ist, der/die sich für Pferde und die Westernszene interessiert. Auch der Bereich Ostwestfalen bietet durch die ländliche Umgebung optimale Bedingungen für schöne Ausritte. Wer noch mehr über das Westernreiten erfahren möchte, kann sich bei den oben genannten Westerntrainern, im Internet auf der Homepage der EWU (www.westernreiter.com) oder auf der Wittelsbürger Homepage (www.wittelsbuerger.com) informieren.