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Stil statt Punk

Lippische Landeszeitung vom 30. Oktober 2006

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DAS INTERVIEW
Erich Busch über Lippes Westernszene

(Foto: Blickensdorf)

Den Partner im Blick: Die Araber-Stute Curry wirkt im Arm von Cowboy Erich Busch ein wenig neugierig.

Bad Salzuflen. Während Deutschlands beste Westernreiter bei den 15. German Open auf Titeljagd gehen, kümmert sich Erich Busch, lippischer Cowboy aus dem Extertal, im Individualisten und Freizeitsportler. LZ-Volontär André Blickensdorf sprach mit dem 50-jährigen Pferdewirt über Lippes Westernreitszene.

? Seit wann reiten Sie?
Busch: Als ich fünf Jahre alt war, hat mich mein Opa als Pferde- Flüsterer inspiriert.
Seitdem bin ich pausenlos dabei.

? Was ist Ihr persönliches Ziel bei den dritten Deutschen Meisterschaften?
Busch: Ich möchte der Region Lippe zu einem neuen Profil als Reitland verhelfen.
Es geht um die Harmonie mit den Pferden. Reiten mit Stil statt Prärie- Punk.
Mit dem Thema Pferd und Gesundheit stehe ich in diesem Jahr alleine da. Lippische Trainer und Zuchtbetriebe, die 2005 vor Ort waren, haben mich diesmal hängen lassen.
 
? Wie erklären Sie sich dieses Desinteresse?
Busch: Das kooperative Miteinander ist noch nicht optimal. Die Reitszene hat viele Individualisten, die betreut werden möchten. Da gilt es, ohne eigenen Vorteil viel Zeit zu investieren. Die German Open sind wieder sehr gelungen, mit sieben Tagen aber zu lang. Das ist ein Manko. Da fehlt vielen die Motivation.

? Ist das Interesse am Westernreiten im Lipperland aus Ihrer Sicht gestiegen?
Busch: Definitiv. Es gibt vor allem ältere Neu- und Wiedereinsteiger – ab 30 Jahren aufwärts.  Sie sind reine Freizeit-Sportler. Wir sind alle mit Bonanza aufgewachsen, mögen die Vielfalt unserer nicht allzu groß gewachsenen Pferde und die Variationen an Satteln, die es in unserem Sport gibt. Vier, fünf Trainerkollegen geben Unterricht. Ich mache gerade die C-Lizenz.

? Worin besteht der Unterschied zum herkömmlichen Vereinsleben?
Busch: Westernreiten ist Lebensart. Umgang und Spaß stehen im Mittelpunkt. Nach der Devise lässig, aber nicht
nachlässig reiten und das lieber im Gelände als in Hallen.